Grundriss Erdgeschoss   Grundriss Untergeschoss   Verwaltungsräume   Betriebshof mit Zu- und Abluft für die Räucheranlage sowie Verkaufsraum   Betriebshof mit Personalraum   Betriebshof   Nordseite   Treppenanlage zu den zwei Büroebenen   Betriebsbüro im Zentrum der Anlage für Verkauf und Organisation   Sekretariat   Besprechungsraum  
Auftraggeber: Fleischer Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft Heidelberg, vertreten durch die Geschäftsführerin Frau Maria Ammann.

Dieses Projekt wurde gemeinsam mit dem Architekten
Dipl.-Ing. Gerhard Hauss bearbeitet.

Wesentliche Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. Architekt Reinhold Rüttenauer,
Dipl.-Ing. Architekt Peter Trint.

  Diese Genossenschaft hatte eine große Zahl von Aufgaben für ihre Mitglieder übernommen. Für gemeinsamen Einkauf von Fleisch und Fleischwaren waren große Kühlräume erforderlich. Für den gemeinsamen genossenschaftlichen Einkauf von Metzgereibedarf, Fleischereimaschinen und alles, was in einer Metzgerei gebraucht wird, waren Ausstellungs- und Verkaufsräume notwendig. Für die Räucherung von Wurst- und Fleischwaren wurde eine eigene Räucheranlage eingebaut. Für den Geldverkehr bekam die Heidelberger Volksbank eine eigene Zweigstelle im Gebäude. Dazu kamen Büro- und Verwaltungsräume, sowie Sitzungsräume für die Genossenschaft, aber auch Personalräume und Garagen.   Ein wichtiger Teil der genossenschaftlichen Arbeit war die Verwertung von Schlachtabfällen, die aus dem in der Nachbarschaft gelegenen Schlachthof in dieses Gebäude gebracht wurden. Dazu gehörten die Häute der geschlachteten Tiere. Diese Häute wurden eingesalzen und eine bestimmte Zeit gelagert, bis sie auf Auktionen an die Lederindustrie weiter gegeben wurden.   Das Einsalzen der Häute war ein entscheidender Faktor für die Konstruktion dieses Gebäudes. Die Luft im gesamten Gebäude war extrem salzhaltig und damit korrosionsfördernd. Daher durften am gesamten Gebäude keine Stahlteile verwendet werden und die Stahlbetonbewehrung musste besonders sorgfältig mit Beton ummantelt werden. Aus diesem funktionalen Grund konnte an diesem Gebäude nur Beton und Holz verwendet werden. Für Verbindungsteile wurden in kleinerem Umfang Aluminium oder feuerverzinkter Stahl eingesetzt. Die Verwendung von rostfreiem Stahl in größerem Umfang war zu jener Zeit nicht möglich.   Für den An- und Abtransport der verschiedenen Güter musste das Gebäude auf eigenem Grundstück umfahren werden können, da im öffentlichen Bereich keine Wendemöglichkeit für die Lastkraftwagen vorhanden war.
Die Betriebsräume erforderten aus verschiedenen Gründen eine Raumhöhe von 4,00 m. Die Verwaltungsräume wurden in versetzten Geschossen mit einer Raumhöhe von 2,50 m angeordnet.
  Die Außenwand dieses zweigeschossigen Verwaltungsteils bestand aus geschosshohen Kiefernholzelementen, die Verkleidung im Brüstungsbereich aus aufgeschraubten weißen Detopak-Platten. Diese Glasplatten wurden gebohrt und mit Messingschrauben im Holz befestigt. Eine handwerklich außerordentlich anspruchsvolle Arbeit, denn Glasplatten zu bohren, um sie dann auf Holzelemente aufzuschrauben, war zur damaligen Zeit nicht üblich.   Nachdem die Geschäftsführung von Frau Maria Ammann auf andere Personen übergegangen war, ging die Fleischer Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft Heidelberg irgendwann in die Insolvenz. Daraufhin wechselten mehrfach die Nutzer der baulichen Anlagen. Seit einiger Zeit wird das Gebäude von der Gewerkschaft Verdi benutzt. Durch den Nutzerwechsel hat sich die Erscheinung des Gebäudes extrem verändert.   Veröffentlichungen

“Bauwelt“
1957, Heft 45, S. 1194-1196

“L‘architecture d’aujourd’hui“
1958, Heft 75, S. XVII

“Baukunst + Werkform“
1958, Heft 11, S. 633-635
 

“Zodiac 4“
1959, S. 168 - 173

“Bauen + Wohnen“
1959, Heft 1, S. 18 - 20

 

“30 junge Deutsche“
1961, Katalog zur Ausstellung
vom 05.05. bis 11.06.1961
im Städtischen Museum Leverkusen
Schloss Morsbroich, Nr. 28
 

“Deutsche Bauzeitung“
1962, Heft 2, S. 93+94

“Neue Deutsche Architektur“
Verlag Gerd Hatje, Stuttgart ,
1962, Band 2, S. 189 - 191