Ansicht des Tankstellengebäudes mit 3 Pflegediensthallen, Büro und Aufenthaltsraum   Rückansicht der Pflegediensthallen   Verglastes Stahlkipptor einer Pflegediensthalle   Exemplarischer Einblick in eine Pflegediensthalle  
Bauherr: BP Benzin und Petroleum AG, Verkaufsabteilung Mannheim.

Wesentliche Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. Architekt Gerhard Freese,
Dipl.-Ing. Architekt Walter Güßmann.


  Dieses Projekt war eine der größten Tankstellen der damaligen Zeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie lag unmittelbar neben dem Hauptbahnhof in Wiesbaden und somit an einer repräsentativen Stelle.
Es zeigte sich, dass die moderne Gestaltung der Tankstelle zwar ein Kontrast zur Gestaltung des historisierenden Hauptbahnhofs bildet, aber dadurch keineswegs stadtbildstörend ist. Diese Tankstelle wurde irgendwann entfernt, um dort einen Busbahnhof einzurichten. Das jetzt vorhandene Stadtbild soll hier nicht bewertet werden. Jeder Besucher kann sich vor Ort ein Urteil bilden.
Auch hier gilt die funktionale und gestalterische Trennung des Gebäudes und der Tankstellenüberdachungen.
Diese Tankstellenüberdachungen aus Stahlbeton wurden inzwischen zum Erkennungssignal für eine BP-Tankstelle. Deswegen wurden sie auch hier in unveränderter Form übernommen. Das Gebäude hingegen ist ein Stahlbau, bestehend aus dem damals üblichen Aufenthaltsraum sowie 3 Serviceboxen für Waschen, Ölwechsel, Reparaturen und anderes mehr.
  Bemerkenswert ist die großflächige Verglasung dieser Servicestationen. Die Rückseite bildet eine einzige Glasscheibe und die Einfahrtsseite besteht aus einem einflügeligen Stahlrahmenkipptor mit Verglasung aus Einscheibensicherheitsglas.
Dieses Einscheibensicherheitsglas gab es damals nur in begrenzten Dimensionen. Die einzelnen Scheiben wurden mit „Glaszement“ (System Glasbau Hahn) verbunden. Die Stahlrahmenkipptore waren eine Sonderkonstruktion der Firma Horlacher. Das Innere der Servicestationen war mit Ausnahme der Decke allseitig mit Spaltklinkerplatten verkleidet. Es wurde größter Wert auf die Einhaltung der Plattenmaße gelegt, da das Material zu wertvoll war, um es zu zerschneiden oder zu zerschlagen.

  Der Tankvorgang erfolgte damals ausschließlich „mit Bedienung“. In der Regel wurde die Rechnung in dem kleinen Pavillon, unmittelbar an der Zapfsäule bezahlt. Lediglich für allgemeine oder besondere Kundengespräche ging der Kunde über die auskragende Stahlbetontreppe zum Büro des Tankstellenleiters. Die auskragende Treppe war damals noch ohne Handlauf möglich.
Auch die Terrasse vor dem Büro und Aufenthaltsraum hatte kein Geländer sondern lediglich eine Abschirmung durch Bepflanzung.
Ein wichtiges Merkmal dieser Tankstellenanlage war die extrem intensive Bearbeitung aller Details. Diese Tankstellenanlage wurde vielfach veröffentlicht – siehe Publikationen.
  Veröffentlichungen

„Garagen- und Tankstellenbau“
1953, S. 90 a, S. 95 + 96
1953, S. 228 - 231
Callwey-Verlag, München

„L’architecture d’aujourd’hui“
1954, Heft 55, S. 34 + 35 „Bauen + Wohnen“
1954, Heft 2, S. 109

 

„Neue deutsche Architektur“
1956, S. 190-192
Verlag Gerd Hatje, Stuttgart

„Vitrum, Italien“
1956, Heft 1, S. 36 – 40 „Glasforum“
1956, Heft 2, S. 25

„Das Kunstwerk“
1956, Heft 6, S. 38

 

„Habitat“
1957, Heft 43, S. 21

„Architectural Forum“
1957, Heft 4, S. 267

„Zodiac 4“
1959, S. 169 + S. 173

„Deutsche Bauzeitung“
1962, Heft 2, S. 93

 

„30 junge Deutsche“
1961, Katalog zur Ausstellung
vom 05.05. bis 11.06.1961
im Städtischen Museum Leverkusen
Schloss Morsbroich,
Nummer 29

„Tankstellen 1963“
S. 15, 21, 23, 40, 42-44, 64, 65, 74-76